2017 wird wohl als eines der heissesten und trockensten Jahre in der Provinz Grosseto eingehen. Von der Blüte bis zur Reife haben unsere Früchte bestimmt keinen einzigen ganzen Regentag erlebt. Entsprechend viele kleine Oliven sind über den Sommer abgefallen oder haben das Blütenstadium gar nicht erst überstanden. Die Oliven konnten auch nicht richtig wachsen und sind teilweise bis zur Ernte leicht „schrumplig“ geblieben. Aber immerhin gesund, denn ein grosser Vorteil war es, dass den Fruchtfliegen diese klimatischen Bedingungen auch nicht sonderlich gefielen und weitestgehend fernblieben. Die Ernteplanung war für uns wegen des Abwartens auf noch etwas Regen und des wetterbedingt ungewohnt fortgeschrittenen Reifegrades nicht besonders optimal. Seit langem hatten unsere Oliven deshalb schon mehrheitlich eine dunkle Farbe. Nicht überreif, aber doch ziemlich schwarz. Wir beschlossen, Bäume, die etwas mehr unter der Trockenheit gelitten hatten und deren Früchte besonders klein waren – kaum Fruchtfleisch, nur Haut und Stein – konsequent nicht zu ernten. Damit wollten wir verhindern, dass das Olio vielleicht eine zu bittere Note bekommen würde.

Bei perfektem Wetter starteten wir am 27.10.17 mit dem Auslegen der Netze. Beim Ernten merkten wir schon bald, dass wir gewichtsmässig deutlicher weniger Oliven in die Kisten brachten, als im Vorjahr. Erstmals im Einsatz stand ein kleiner, modifizierter Defogliatore (von Olita), den wir an unserer „Verlese-Station“ in Betrieb nahmen. Vorbei sind die Zeiten des Klagens über schmerzende Knie und Rücken vom Verlesen direkt auf dem Boden/Netz. An dieser Stelle nochmals ein ganz grosses Dankeschön an unsere Erntehelfer, die Freunde aus der Toskana, Uli aus München, Beni aus Fribourg sowie unserem Sohn Nicolas mit seiner Freundin Irena. Mit euch allen hat es Spass gemacht!

Nach 6 Tagen, am 1. November, haben wir den letzten Anhänger für die Fahrt nach Montenero d’Orcia beladen. Am Ende brachten wir insgesamt 2,7 Tonnen gesunde Oliven auf die Waage, welche – begünstigt durch den Reifegrad – extrem ölhaltig waren. Im Durchschnitt betrug die Ausbeute (Resa) gut 22 %. Das heisst, aus 100 kg Oliven wurden 22 kg Extra Vergine gewonnen. Einen solch hohen Wert kannten wir bisher nur vom Hörensagen. In den Flaschen-Verkauf kommen so über 500 Liter feinstes Bezzughello-Olio, welche bei Franci in einem mechanischen Prozess, bei dem die Öl-Temperatur 26° nie überstieg, gewonnen wurde. Im Dezember füllte es die Mühle in 750 Flaschen (0.75 und 0.50 Liter) und in die kleinen 10-cl-Degu-Fläschchen „Olio-to-go“ ab. Noch in der gleichen Woche überführte der „Yes we can“-Transport „Schöni“ das volle Palett direkt zum Olsberger Olio-Keller.

Sie können sich freuen. Trotz allen naturbedingten Besonderheiten ist es geschmacklich wieder ein sehr frisches und intensives Olio geworden. Nach bester Bezzughello-Tradition. Sie werden es mögen. Kostenloses Versucherli gefällig? Auch die Labor-Werte sind ausgezeichnet ausgefallen.

Nachtrag: Was tun, wenn die Ernte nach 6 Tagen schon vorüber ist? Olivenholz schneiden für die kühlen Toskana-Tage, Weingüter und Ristorante besuchen und Spaziergänge am Meer… Ein wirkliches Problem war das nicht. Im Bereich Unsere Toskana haben wir Alternativen für Sie gesammelt.

Die 2016er Bezzughello-Ernte war nicht nur die ertragreichste „ever“, sondern auch eine Ernte, die so richtig von der Hand lief. Traumhaftes Wetter und pralle, gesunde Oliven, die den für uns idealen Reifegrad hatten. Anstrengend…ja. Aber weil es so makellose Früchte waren und wenig Blätter und Ästchen in den Netzen hängen blieben, ging’s unheimlich flott voran. Wenn wir unter 1’000 kg pro Tag auf die Waage brachten, waren wir schon ein bisschen enttäuscht. Hier die Fakten: Zwischen dem 24.10. und dem 03.11.16 > 9 Erntetage > 8 Tonnen Oliven > knapp 1’000 Liter Olio (Resa 12) > davon wurden 1’300 Flaschen (0.75 und 0.50 Liter) und die kleinen Olio-to-go-Fläschli abgefüllt.

Encora tante gracie a tutti: unsere Freunde aus der Toskana, Uli aus München, Brigitte aus Berlin und unseren Sohn Nicolas. Es war riesig!

Wie immer haben wir unser Olio auch im Labor analysieren lassen. Tutto perfetto…

Der Jahrgang 2016/2017 des Olio Extra Vergine di Oliva Italiano „Bezzughello“ ist dann auch gemacklich ein richtig guter geworden und wir entschlossen uns, eine Probe davon auch sensorisch prüfen zu lassen. Die unabhängige Fachjury von MERUM, der Zeitschrift für Wein und Olivenöl aus Italien hat „Bezzughello“ im 03/2017 mit einem „Herz“ ausgezeichnet. Wir haben es frisch, aromatisch fruchtig (MERUM sagt: „reiffruchtig“ und man schmeckt auch „getrocknete Mandeln“ heraus) und toskanisch-kräftig (MERUM sagt: „mittelintensive, feine Schärfe“ und „moderat bitter“) umschrieben. Weitere Informationen zur Auszeichnung finden Sie hier.

Ernte-Impressionen aus den Jahren vor 2015/2016.

Haben wir Sie gluschtig gemacht?

Mit ein paar wenigen Klicks holen Sie sich den frischen Geschmack, den Sapore dell’Olio Extra Vergine di Oliva Toscano, in Ihre Küche.