Die 22. Ernte hat nicht stattgefunden. Un anno si – un anno no. Ein geflügeltes Wortspiel unter den toskanischen (Oliven-) Bauern. Will heissen: Ein Jahr hängen viele Oliven an den Bäumen und ein Jahr (fast) keine. Ursachen: vielfältig. Und auf jeden Fall hat die Juli-Attacke der Olivenfliege den eh schon wenigen Früchten das Ernte-Aus beschert. Im Oktober 2024 durften wir die mengenmässig bisher grösste Bezzughello-Ernte – die 21zigste – einfahren (siehe Erntebericht unten). Dieses Jahr hat sich für einmal „un anno no“ durchgesetzt. Mit dem Resultat, dass wir die wenigen Oliven des Jahrgangs 2025/2026 den Vögeln überlassen haben. Der Ernte-Aufwand hätte in keinem Verhältnis zum Nutzen gestanden. Und auch die Qualität der Früchte war nicht Bezzughello-Selezione würdig. 


Eines kommt zum andern – wie oft im Leben. Wir haben uns entschieden, dann aufzuhören, wenn es am schönsten bzw. am erfolgreichsten ist. In der Folge galt es einen mindestens adäquaten Nachfolger für das Bezzughello-Olivenöl zu finden. Für uns war schon immer klar: Wenn es nicht unser eigenes Olio sein soll, dann aber ein Produkt von „unserer“ Frantoio Franci. Viele unserer Kunden haben möglicherweise gar nicht so richtig realisiert, wer denn da unsere Bezzughello-Oliven – die grünen, bitteren Früchte – zur Geschmacksexplosion bringt. Es ist kein geringerer als Giorgio Franci mit seinem Team. Giorgio Franci ist der wohl bekannteste und meistausgezeichnete Olivenöl-Produzent.

Die Frage, weshalb Villa Magra das ideale Olivenöl für Bezzughello-Kunden ist, beantwortet Giorgio Franci gleich selbst:

„Villa Magra ist die perfekte Wahl für Bezzughello-Kunden, weil es den höchsten Massstab in Bezug auf Qualität, Charakter und Authentizität von toskanischem Olivenöl Extra Vergine verkörpert.

Es wird aus sorgfältig ausgewählten Oliven hergestellt, die in einem einzigartigen Mikroklima wachsen und sich durch eine aussergewöhnliche aromatische Intensität, bemerkenswerte Frische und ein wunderschön ausgewogenes Verhältnis von Bitterkeit und Schärfe auszeichnen.

Seit vielen Jahren verarbeitet und füllt Frantoio Franci die Oliven von „Bezzughello“ – dem kleinen Podere der Familie Peter Moser – ab, welche in diesem Jahr beschlossen hat, seine eigene Produktion einzustellen. Aus diesem Grund bietet Franci nun Villa Magra – das bekannteste Produkt des Unternehmens – als natürlichen Nachfolger des ehemaligen Bezzughello-Öls an: ein Extravergine, dessen Stil und Charakter dem sensorischen Profil – welches Bezzughello-GeniesserInnen seit langem schätzen – am nächsten kommt.

Darüber hinaus ist Villa Magra das Öl, das Frantoio Franci in Flos Olei, dem renommiertesten internationalen Führer für Olivenöl Extra Vergine, repräsentiert, wo es mit der Höchstpunktzahl von 100/100 ausgezeichnet wurde.

Villa Magra steht für Kunstfertigkeit, Rückverfolgbarkeit und gleichbleibende Qualität und bietet den bisherigen Bezzughello-Kunden ein Olivenöl, das sich durch Eleganz, Beständigkeit und eine unverwechselbare Identität auszeichnet.“

Villa Magra - Riserva di Famiglia, Jahrgang 2025/2026


Das diesjährige Extravergine beschreibt Franci geschmacklich so:
„Intensiv fruchtig, vollmundig im Geschmack, süss im Auftakt, angenehm und gut dosiert bitter, würzig-scharf im langen Abgang mit Noten von schwarzem Pfeffer.“

Im Anwendungsspektrum des Verfeinerns von tollen Rezepten kommt Villa Magra einem kulinarischen „Tausendsassa“ gleich:
„Ideal zu schmackhaften Bruschetta, Dips und reichhaltigen Salaten. Hervorragend zu ersten Gängen mit Pilzen, Tagliatelle mit Wild, Hülsenfrüchtesuppen und Meeresfrüchte-Risotto mit Bottarga oder Muscheln. Exzellent auf Carpaccio, Rindertartar, gegrilltem Gemüse, Nudeln und weissem Reis mit Parmesan, gegrilltem Fleisch und Bistecca alla Fiorentina. Raffiniert in Kombination mit Pistazien-Eis oder dunkler, zartbitterer Schokolade. Und ein Genuss auch zu Sushi, mit oder ohne Wasabi.
“

Und Villa Magra trägt das Prädikat „100/100“!

Unser 21. Jahrgang: Schon nach dem Schneiden im Mai zeigte es sich, dass unsere Bäume durchwegs extrem viele Blüten getrieben haben. Die Hoffnung auf eine reiche Ernte keimte also schon früh hoch. An Wasser hat es das ganze Jahr über nicht gefehlt. Und so konnten sich die Blüten bzw. die Früchte entwickeln. Allerdings sehr laaaangsam. Ende September waren sie noch so unreif, dass wir eher an eine Ernte im November gedacht hatten. Zu viel Regen – zu wenig Sonne. Verrückt. Die ständigen Kontrollen zeigten Anfang Oktober einen zunehmenden Befall der Früchte durch die Olivenfliege. Und die Früchte hatten den angestrebten Reifegrad noch nicht erreicht… und waren voll von Wasser. Am 14.10. sind wir mit einer repräsentativen Zahl von Oliven zur Frantoio Franci gefahren und haben einen Test auf den potentiellen Ölgehalt (Resa) machen lassen. Mit dem Resultat, dass wir wohl nur gegen 10 % des Olivengewichts an Öl gewinnen würden. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass sich das Verhältnis von Fruchtwasser und Öl in den nächsten 2 – 3 Wochen kaum verbessern würde. Mit dem Fliegenbefall im Nacken und der Aussicht auf noch mehr Regentage in den nächsten 3 Wochen haben wir zusammen mit Franci beschlossen, quasi beim ersten Schönwetter-Tag die Mannschaft zusammenzutrommeln und loszulegen. Das war dann am 20. Oktober 2024 der Fall. Etwas früher als letztes Jahr und mit Oliven, die hinsichtlich des Reifegrades deutlich hinter anderen Jahren zurücklagen. Was dann folgte, war ein wahrer Kraftakt.

Zwischen dem 20. und 27.10. – unterbrochen von 2 Regentagen (für die wir nicht ganz undankbar waren…) – haben wir an 6 Arbeitstagen mehr als 10 Tonnen kerngesunde Oliven ernten dürfen. Das Verlesen war ein kräfteraubendes Vergnügen. Welches wir uns gegönnt haben, auch wenn kaum faule oder zerquetschte Oliven herauszupicken waren. Aber Selezione ist Selezione. Der hervorragende Säuregrad von 0.17 war später auch der messbare Beweis dafür, dass die „Guten ins Körbchen“ kamen und die tägliche Verarbeitung bei Franci unter besten Bedingungen statt fand. Dem Ernte-Team mit den „Vollzeitlern“ Giuliano, Beni, Luciano, Andrea und Peter sowie den „TeilzeitlerInnen“ Birgit, Brigitte, Uli und Harry gilt ein ganz grosses Dankeschön. Ohne viele Worte wussten jeweils alle, was zu tun war. Eingespielte Abläufe beim Traktorfahren mit den Netzrollen, beim Verlegen der Netze (ok, der Running Gag über die fehlenden Morsetti’s, die Metallklemmen für das Zusammenhalten der Netze, war etwas mühsam…), beim Pflücken mit den batterie-betriebenen Olivieri (3 – 4 waren ständig im Einsatz). Dann das Aufrollen der Netze, das Sammeln in den kleinen Oliven-Kistchen und der Transport (mit Jeep/Hänger und dann mit der „neuen“ dreirädrigen Ape) zur Verlesestation. Das Verlesen selbst und das Beladen der grossen Kassetten, die täglichen Fahrten zur Mühle an zwei Tagen gar 2x, weil unser Gespann (Kombi mit Hänger) nicht auf diese Tonnagen zugelassen war.

In Montenero d’Orcia wurde das produzierte Olivenöl in unserer grossen Zisterne „MOS-4“ «gesammelt». Bis der Anruf kam, dass wir noch 50-Liter Inox-Fässer mitbringen sollen, weil die Zisterne (750 Liter) bereits randvoll war. Ein neues, aber willkommenes „Problem“. Später wurde dann das gesamte Bezzughello-Öl gefiltert und in einer noch grösseren Zisterne zum LOT „BE24“ zusammengeführt und anschliessend abgefüllt. Das bedeutet, dass sich in allen Flaschen das gleiche Öl befindet. Die angedruckte LOT-Nummer beinhaltet noch den Hinweis auf die Flaschengrösse: 0.75 Liter (BE244), 0.50 Liter (BE243), 0.25 Liter (BE242) und 0.10 Liter (BE241).

Frantoio Franci hat aus unseren „hand-verlesenen“ Oliven – der Selezione – das Beste herausgearbeitet. Ein riesiges Dankeschön an das ganze Franci-Team! Der diesjährige Jahrgang zeigte sich nach dem Filtern klar, mittelflüssig und in einem schönen Grün mit goldenen Reflexen. Sensorisch beschreibt Giorgio Franci den 100%igen Bezzughello-Sorten-Mix „2024/2025“ so:

Aromen/in der Nase: „Mittelfruchtig, frisch, krautig, mit dominanten Noten Artischocke, elegante Noten von roten Früchten und Gewürzen.“
Ok, ihr wisst, wie es geht: Flasche kurz auf den Kopf stellen, danach öffnen und dran schnuppern. … so riecht es in der Frantoio. Einfach göttlich.

Geschmack/im Mund: „Breit und harmonisch, mit pflanzlichen Noten von Artischocke und – mit geringerer Intensität – von Tomate und Sellerie, fokussierte und ausgewogene bitter-würzige Komponente, reich an retronasalen Noten, mittlerer Nachklang.“
Her mit dem Löffel oder grad mit der knusprigen Bruschetta. En Guete!

Lasst uns den 21. Jahrgang gemeinsam geniessen. In der eigenen Küche, mit der Familie und mit Freunden oder als – in jeder Hinsicht – geschmackvolles Geschenk an liebe Menschen die Olivenöl mögen.

Noch eine kleine Anekdote zu unserer Zisterne „MOS-4“. Frantoio Franci hat vor kurzem das Firmen-Logo modernisiert. Zusammen mit verschiedenen, ergänzenden Mühle-Sujets wurden auch T-Shirts produziert. U.a. hat den Designern offenbar auch das Kürzel „MOS-4“ als Sujet gefallen (sie finden dazu ein Bild bei den Erntefötelis). Wir fühlen uns natürlich schon ein bisschen geehrt, auch wenn der Zusammenhang nur für Insider erkennbar ist 😉

Ernte-Impressionen aus den Jahren davor.

2024/2025

2023/2024

2022/2023

2021/2022

2020/2021

2019/2020

2018/2019

2017/2018

2017 und früher

Haben wir Sie gluschtig gemacht?

Mit ein paar wenigen Klicks holen Sie sich den frischen Geschmack, den Sapore dell’Olio Extra Vergine di Oliva Toscano, in Ihre Küche.