Unser 17. Jahrgang: Corona-bedingt konnten wir im 2020 unsere kleine Azienda Agricola erst Anfang Oktober erstmals besuchen. Fast ein Jahr nach der letzten Ernte. Wir fanden die laufenden Berichte von unseren Vorort-Helfern leider bestätigt: wenige aber schöne Oliven. Der wichtigste Grund dafür, war ein empfindlicher Kälteeinbruch in der Blütezeit. Es war deutlich zu sehen, dass unterhalb einer Höhe von 1.50 – 2.00 m praktisch keine Oliven hingen. Ein weiterer Grund: der relativ intensive Baumschnitt im Frühling mit dem Ziel, viele der vom Bakterium „Rogna dell’Olivo“ befallenen Äste (mit Zellwucherungen) rauszuschneiden. So „ausgedünnt“ konnte die Kälte noch mehr Schaden anrichten. Die direkte Folge für die Ernte: Die wenigen Oliven hingen mehrheitlich hoch über Kopf, was versprach, dass unsere Schulter-/Nackenpartie für einmal so richtig gefordert werden würden. Immerhin wurde unser Hain dieses Jahr von der gefürchteten Olivenfliege verschont. Wir hoffen, dass diese Kälteeinbrüche – wir hatten im 2018 deswegen praktischen einen Totalausfall – in dieser Region nicht zur Gewohnheit wird. Es gibt Stimmen, die diese Auswirkung des Klimawandels so befürchten. Wir hoffen trotzdem, dass es die Ausnahme bleiben wird.

Zwischen dem 19. und 23.10.20 haben wir dann unsere Ernte sportlich „durchgezogen“. Erstmals mit 3 langen Roll-Netzen (100 x 8 m), welche mit Hilfe von Traktoren-Hydraulik ausgelegt und dann wieder „eingeholt“ wurden (ja, der Vergleich mit einem Fischernetz hat schon was). Von Hand in die Netze ernten, mit Traktorhilfe einsammeln und von flinker Frauenhand verlesen. Der mühsame Vorgang des ständigen Weiterziehens und Verbinden der kleineren Handnetze konnte so rationalisiert werden. Eine Erleichterung für die Erntehelfer-Rücken – keine Frage.
Unser diesjähriges Ernteteam war zahlenmässig erwartungsgemäss klein… aber fein. Mit den SerientäterInnen Uli aus München und Beni aus Fribourg und den üblichen Verdächtigen aus Olsberg und Ravi war es dieses Jahr mehrheitlich eine reine „Männer- und Traktor-Sache“. Ganz herzlichen Dank dem Team für den kurzen, aber heftigen Einsatz. Schauen Sie sich dazu unten die Fotos mit den diesjährigen Ernte-Impressionen an.

Unser Ertragsziel von ca. 800 kg Olivenöl setzte – je nach RESA (der Öl-Anteil auf 100 kg Oliven lag rückblickend bei 12 – 13 %) einen Ernteertrag von gegen sieben Tonnen Oliven voraus. Dieses Ziel war aus eigener „Bezzughello-Kraft“ nicht zu erreichen. Das zweite Mal in 17 Jahren mussten wir gesunde Oliven dazukaufen. Und wieder hat uns Giorgio Franci ausgeholfen. Mille Grazie! Die Wahl fiel natürlich auf  seine Oliven „IGP Toscana“ (gleiche Olivensorten, wie wir sie bewirtschaften), welche er in seiner Mühle – in der auch unsere Oliven verarbeitet wurden – zu einem perfekten Olio verarbeitet hatte. Gemeinsam haben wir beide Öle degustiert und befunden, dass es der perfekte Mix für unsere Kunden wird. Sie dürfen sich uneingeschränkt auf ein cento per cento toskanisches Olivenöl freuen. Geschmacklich so, wie Sie es von unserem Bezzughello-Olio gewohnt sind. Dieses Jahr vielleicht sogar ein bisschen besser… Frisch, grasig, aromatisch von mittlerer Intensität und einem schönen pfeffrigen Abgang – wie wir finden. Wir sind gespannt auf Ihr Feedback. Die Laborwerte vom 5.12.2020 dürfen sich mehr als sehen lassen. Am ausserordentlich tiefen Säuregehalt von 0.15 können Sie beispielsweise ablesen, dass Oliven von höchster Qualität verarbeitet wurden (die Limite für ein Olio Extra Vergine beträgt 0.80).

Am 11. Dezember war es dann endlich soweit. Die Spedition lud rund 1’500 Flaschen des Bezzughello-Jahrgangs 2020/2021 in Olsberg ab. Alle abgefüllt bei Franci in Montenero d’Orcia aus einer einzigen Zysterne „BE20“ (Bezzughello 2020). Die Lot-Nummer wurde mit der Flaschengrösse ergänzt: 0.75 Liter (BE201), 0.50 Liter (BE202) und 0.10 Liter (BE203). Da uns das letztjährige Olio bereits im Spätsommer „ausgegangen“ ist, kommen Sie ab sofort in den Genuss des neuen Jahrgangs. Und wie immer wartet auch ein kostenloses Versucherli auf Sie. Der ideale Zeitpunkt also, Ihre Vorräte gleich fürs ganze Jahr aufzufüllen. Bei 12 – 15° Celsius können Sie das hochwertige Bezzughello-Olio gut 2 – 3 Jahre in Ihrem dunkeln Keller aufbewahren. Am besten gleich zusammen mit Ihrem toskanischen Rotwein ;-)


Wir freuen uns über Ihre Bestellung.

Unser 16. Jahrgang: Nach einem desaströsen 2018 mit nur knapp 600 kg Oliven (von 620 Bäumen!) und den Nachwehen der Kälteschäden – wir mussten die abgefrorenen bzw. dörren Äste radikal ausschneiden – sind wir skeptisch ins neue Erntejahr gestartet. Der reguläre Baumschnitt konnte für einmal erst im Juni, nach der Blütezeit, durchgeführt werden. Das und auch den heftigen Angriff der Olivenfliege im September sowie den ungewöhnlich „feuchten“ Herbst haben die Früchte erstaunlich gut weggesteckt. Sie haben Widerstandskraft gezeigt und sind schön gross geworden. Das war dieses Jahr überhaupt keine Selbstverständlichkeit. An dieser Stelle möchten wir uns auch bei Dott. Giovanni Bolognesi und seinen Mannen (Airone Green Center) für den optimalen Baumschnitt bedanken. 

Am 30. Oktober war es soweit und wir haben in der Früh erstmals die Netze ausgelegt. Die „ständigen“ Erntehelfer sind am Vorabend aus allen Himmelsrichtungen angereist: Harry und Brigitte aus dem Aargauischen, Beni aus dem Freiburgerland und Uli aus München. Am ersten Erntetag brachten wir über eine Tonne Oliven buchstäblich ins Trockene. Rekordverdächtig. Aber das Damoklesschwert in Form von dunklen Regenwolken hat uns zu diesen Höchstleistungen – sozusagen aus dem Stand – angetrieben. Der 2. Erntetag fiel dann auch prompt ins Wasser. Und das feuchte Wetter liess uns dann auch nicht mehr los. Eine weitere Zwangspause mussten wir am 3.11. einschalten, just als die junge Bezzughello-Taskforce aus Kaiseraugst – mit Irena & Nicolas und Vany & Sergio – ins Geschehen eingreifen wollte. OK, Arbeitsbeginn mit einem Ruhetag, Pech gehabt. Am nächsten Tag hat dann das Imperium mit der Taskforce zurückgeschlagen: der 4.11.19 wurde der absolute Bezzughello-Rekordtag! Am Abend konnten wir 1’592 kg (!) Oliven in die Mühle nach Montenero d’Orica bringen. Eine famose Tagesleistung – herzliche Gratulation an alle!  Tags darauf verordnete uns das Wetter nochmals eine Ruhepause. Der eine oder andere war darüber ganz froh. Mit einem Besuch des eindrücklichen Weingutes PETRA konnten wir unsere Gier nach Oliven einigermassen besänftigen. Danach setzten wir zu einem 2tägigen Schlussspurt an – weil uns Birgit, die Wetterfee mit ihrer WeatherPro-App, den nächsten Wetterwechsel prognostizierte. Nun denn, wir nahmen die Herausforderung an: Oliven verlesen über das Einnachten hinaus. Bei Scheinwerfer- und Stirnlampenlicht war das ein Erlebnis der besonderen Art. Am 7.11. fand dann die letzte Olive ihren Weg ins Körbchen. Alleluia! Mille grazie a tutti gli aiutanti del raccolto.

Am Ende verarbeitete die Franci-Mühle mehr als das 10fache an Oliven des Vorjahres. Das bedeutet für uns alle wieder: Cento per cento Bezzughello-Olio. Reines maremmanisch-toskanisches Extra Vergine. Frisch und grasig. Kräftig aromatisch mit einem – wie wir finden – herrlich pfeffrigen Abgang.
 Das Franci-Team hat wieder alles gegeben. Complimenti! Aber nicht nur geschmacklich überzeugt uns der neue Jahrgang. Auch die Analyse-Werte sind hervorragend, wie Sie den Laborwerten vom 19.11.2019 entnehmen können.

Die regnerische Ernteperiode und die fehlenden, kalten Nächte haben die Olioproduktion in den Früchten nicht grossartig angeregt. Der Olio-Anteil war recht bescheiden (ca. 10 %). Aber die Menge und Qualität der Früchte haben uns dennoch ein tolles Ernte-Resultat beschert.

Ernte-Impressionen aus den Jahren vor 2020.

Haben wir Sie gluschtig gemacht?

Mit ein paar wenigen Klicks holen Sie sich den frischen Geschmack, den Sapore dell’Olio Extra Vergine di Oliva Toscano, in Ihre Küche.